Was ändert sich 2020? Neue Gesetze und Vorschriften für Eigentümr und Mieter

 


 

Gesetzesänderungen für Mieter und Immobilienbesitzer


Zuschüsse für Sanierungen und moderne Heizungen


Ab 1. Januar 2020 sollen Eigenheimbesitzer, die eine mehr als zehn Jahre alte Immobilie selbst nutzen und
energetisch sanieren lassen, einen Steuerbonus in Höhe von 20 Prozent der Aufwendungen erhalten –
verteilt über drei Jahre. Die Regelung soll bis 31. Dezember 2029 gelten.
Außerdem sollen Immobilienbesitzer, die in den kommenden Jahren von Öl- und Gasheizungen auf
klimafreundliche Anlagen oder direkt auf erneuerbare Wärme umsteigen, eine Austauschprämie über eine
40-prozentige Förderung erhalten. Außerdem soll ab 2026 in Gebäuden, in denen eine klimafreundliche
Wärmeerzeugung möglich ist, der Einbau von Ölheizungen nicht mehr erlaubt sein.


Mehr Wohngeld


Ab 1. Januar 2020 steigt das Wohngeld, dessen Höhe sich nach Haushaltsgröße, Einkommen und Miete
richtet. Ein Zwei-Personen-Haushalt etwa soll durchschnittlich statt 145 nun 190 Euro Wohngeld bekommen.
Zudem haben infolge der Wohngeldreform schätzungsweise 180.000 zusätzliche Haushalte Anspruch auf
Wohngeld.


Weitere Änderung: Die Höhe des Wohngeldes wird künftig alle zwei Jahre angepasst – je nachdem, wie sich
Einkommen und Bestandsmieten entwickeln.
Ab 2021 sollen Wohngeldempfänger zudem einen Heizkostenzuschuss bekommen. Der Grund: Durch die
Maßnahmen im Klimapaket, insbesondere die CO2-Bepreisung, werden die Heizkosten voraussichtlich
steigen. Um Geringverdiener dadurch nicht zu belasten, sollen Haushalte mit Wohngeld zusätzlich im
Durchschnitt 15 Euro mehr pro Monat erhalten.

 

Stromanbieter


Viele Stromanbieter erhöhen zum 1. Januar 2020 ihre Preise. Den Preisanstieg begründen die Anbieter mit
dem Anstieg der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage). Sie soll 2020 um 5,5
Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde steigen.
Die EEG-Umlage macht rund 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Auch die Gebühren für die
Stromnetze, auf die ein weiteres knappes Viertel des Gesamtpreises entfällt, steigen 2020, allerdings
regional unterschiedlich.

 

Wie verändert das Bestellerprinzip 2020 den Immobilienverkauf?


Das Gesetz zum sogenannten Bestellerprinzip soll künftig regeln, wer wie viel der Maklerprovision beim
Immobilienverkauf beziehungsweise -kauf übernimmt. Derzeit ist die Verteilung der Maklergebühren nicht
gesetzlich geregelt und unterscheidet sich zudem von Region zu Region. In Berlin zahlen Verkäufer aktuell
beispielsweise beim Verkauf ihrer Immobilie keinen Cent. Hier übernimmt der Käufer mit 7,14 Prozent des
Kaufpreises der Immobilie die maximale Höhe der Maklerprovision in Deutschland. Anders in der
bayerischen Landeshauptstadt München. Hier zahlt der Verkäufer üblicherweise 3,35 Prozent, der Käufer
3,79 Prozent Maklerprovision.


Ziel des geplanten „Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von
Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ ist es, die Verteilung der Maklerprovision
bundesweit einheitlich zu regeln. Und mit dieser geplanten Gesetzesänderung 2020 vor allem den Käufer
finanziell zu entlasten. Denn wie sich in der Praxis zeigt, übernehmen die Käufer häufig den Großteil der
Maklerprovision – auch, wenn der Verkäufer den Makler ursprünglich „bestellt“, also beauftragt, hat.


Diese konkreten Regelungen sieht der Gesetzentwurf zum Bestellerprinzip derzeit vor:
• Der Käufer soll nur noch maximal 50 Prozent der Maklergebühr zahlen müssen
(auch, wenn er den Makler bestellt hat)
• Der Käufer muss seinen Anteil an der Provision erst zahlen, nachdem der Verkäufer
seinen eigenen Anteil nachweislich beglichen hat
• Beauftragen sowohl Verkäufer und Käufer den Makler, ist dieser verpflichtet, eine
Provision in gleicher Höhe von beiden Seiten zu verlangen

 

Wie geht es 2020 mit der Grundsteuer weiter?


Zu den neuen Gesetzen 2020 lässt sich auch die Grundsteuerreform zählen. Bundestag und Bundesrat
haben Ende 2019 den Weg für ein Gesetz zur Reform der Grundsteuer freigemacht. Das bedeutet, dass die
Kommunen auch im kommenden Jahr die Grundsteuer von Hauseigentümern und Grundstücksbesitzern
erheben dürfen. Hintergrund ist die Forderung des Bundesverfassungsgerichts, die Grundsteuer bis Ende
2019 zu überarbeiten, da die Bemessungswerte für Grundstücke aus den Jahren 1964 (alte Bundesländer)
und 1935 (neue Bundesländer) stammen und damit total veraltet sind.


Die neue Grundsteuer, deren Höhe von den Kommunen über Grundsteuer-Hebesätze festgelegt ist, lässt
sich fortan abhängig vom Bodenwert und dem Mietpreis berechnen. Dies macht eine Neubewertung von
rund 36 Millionen Grundstücken erforderlich und führt laut Experten dazu, dass die Steuerlast für viele
Immobilieneigentümer steigt.


Die Bundesländer haben jedoch auch die Möglichkeit, eine eigene Methode zur Berechnung der neuen
Grundsteuer zu entwickeln.

 

Wie lässt sich die energetische Sanierung steuerlich absetzen?


Ab Januar 2020 haben Immobilieneigentümer die Möglichkeit, die Kosten für Einzelmaßnahmen der
energetischen Sanierung steuerlich abzuschreiben oder abzusetzen. Voraussetzung ist, dass
• der Eigentümer die Immobilie selbst nutzt.
• die Immobilie in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum liegt.
• die Immobilie bei Durchführung der energetischen Sanierung mindestens 10 Jahre
alt ist.


Insgesamt lassen sich 20 Prozent der Kosten für die energetische Gebäudesanierung steuerlich
abschreiben beziehungsweise 40.000 Euro pro Immobilie absetzen.
Die vom Bundeskabinett beschlossene steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist Teil
des Klimaschutzprogramms. Sie gilt für den Zeitraum 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2029. Nimmt ein
Immobilienbesitzer eine energetische Sanierung vor, kann er sich zwischen einer KfW-Förderung oder der
steuerlichen Anrechnung entscheiden.


Diese Arten der energetischen Sanierung gehören z.B. zu den förderfähigen Einzelmaßnahmen:
• Wärmedämmung von Dachflächen
• Wärmedämmung von Wänden
• Austausch von Fenstern und Außentüren
• Austausch der Heizungsanlage

 

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